Motiviert von Ängsten und den Erwartungen meiner Familie entschied ich mich, VWL und Politik zu studieren. Mit 19 Jahren zog ich nach Deutschland, um meine Ausbildung abzuschließen. Ich folgte den vorgezeichneten Wegen, in der Hoffnung, dass sie mich glücklich machen würden. Ich gründete eine Familie, baute eine Karriere auf, reiste um die Welt, doch je mehr ich diesen ‚Lebensanweisungen‘ folgte, desto größer wurde die Frustration in mir. Ich merkte, dass all das mich nicht näher zu mir selbst brachte. Stattdessen war ich in einem Leben gefangen, in dem es nur darum ging, zu funktionieren.
Eine tiefgreifende, bewusstseinserweiternde Erfahrung öffnete mir erstmals die Tür zu meinem Innersten. Sie zeigte mir, wer ich jenseits meiner Konditionierungen war, und ließ mich spüren, dass ein anderes Leben möglich ist. Doch obwohl diese Erfahrung ein Wendepunkt war, verfing ich mich später wieder in den alten Mustern des Funktionierens. Schließlich führte mich das Leben in eine existenzielle Krise, in der ich die Lust am Leben vollständig verlor. Aber genau dieser Zusammenbruch wurde zur Einladung, radikal ehrlich zu mir selbst zu sein. Ich begann, mich meinen tiefsten Verletzungen, Ängsten und Glaubenssätzen zu stellen. Ab diesem Punkt ging es nicht mehr darum, mich aufzubauen, um jemand zu werden, sondern darum, „abzubauen“, was mich daran hinderte, einfach zu sein.